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Künstlerinnen und Künstler im Kunstportal Baden-Württemberg: Dietmar Israel

Dietmar Israel

Die Kunst des menschlichen Spagats
DR. GERT REISING
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Es gibt Entscheidungen, die sich erst spät als richtig erweisen, aber was ist schon spät? Diese Frage stellt sich nicht, wenn man sich darüber klar wird, dass jede Veränderung dann gut ist, wenn sie sinnvoll angepackt wird, und sinnreich wird ein Absprung häufig erst, wenn er radikal vollzogen wird, denn die Beibehaltung zweier gänzlich geschiedener Welten wird häufig niemandem gerecht. Man muß sich entscheiden, und erst in dieser Entscheidung über einem weiten Umraum zwischen zwei stabilen Standpunkten schälen sich viele neue, aber auf jeden Fall andere Möglichkeiten heraus. Dietmar Israel hat sich diesen Veränderungen vor Jahren in diesem Extrem gestellt, indem er seine bürgerliche Existenz zugunsten der Kunst aufgegeben hat, und er hat sich diesen Polen von zwei Seiten aus genähert: In der Kunst suchte er allein seinen eigenen Weg, im Broterwerb die dazu fehlende Toleranz, indem er sich der Sozialarbeit mit ästhetischen Mitteln stellte.

An diese ästhetische wie soziale Existenz knüpfen sich Erwartungen von beiden Seiten: Was erwartet der Künstler, was sein Publikum von diesem Wechsel, denn die Risiken sind enorm, gibt es doch genug Künstler und ebenso ausreichend dilettierende künstlerische Nebenerwerbler, die sich der Kunst hingezogen fühlen.

Dietmar Israel - Künstlerporträt im Kunstportal Baden-Württemberg

Das Spannende an einem Spagat besteht in den Erwartungen des Akteurs und seines Publikums, indem sich der Künstler dem Risiko aussetzt, sich allein durch seine Werke zu präsentieren: auszustellen und zugleich zum einen den Ansprüchen seines Publikums zu genügen, um sich den neuen Broterwerb zu sichern, und zugleich selbst schöpferisch genug ist, sich zugleich auch auf Distanz zu begeben.

Was ist das für eine Distanz? Es ist die Fremdheit der Kunst gegenüber dem Leben, indem sich die Kunst gänzlich anderer Mittel bedient als die tägliche Praxis und zugleich in die Lebensbereiche der Normalität einwirken soll.

Das möchten auch andere Mittel, etwa die Pädagogik, und gerade darum geht es nicht, indem die Mittel der Kunst zum einen die Radikalität der Aussage, zugleich aber auch die Schönheit ihrer Form zur Verfügung hat, und erst im Nachhinein kann sie zu einer für viele, und noch später vielleicht für Alle zur Norm einer allgemeinen Übereinstimmung werden, indem ihre Unruhe, ihre Ungewissheit, das Unverständnis an ihr selbst sich erst dann in Zuneigung verwandeln lassen, wenn das Publikum noch nach Jahren betont, dass es diese Kunst noch immer verstörend, aber noch immer auch schön findet.
Dann könnten alle zufrieden sein, aber der Künstler ist dann hoffentlich schon einen Schritt weiter, und alle fragen sich, was das soll. Der Künstler also ist, falls er einer ist, so sehr mit sich selbst zufrieden, wie er mit dem gegenwärtigen Zustand der Welt unzufrieden sein mag, oder, umgekehrt: der Künstler ist so lange mit sich selbst unzufrieden, wie er mit der Welt zufrieden scheint, er ist ein ständiger Unruheherd, so wenig sich das in seiner Kunst als Schrei, als Zorn, als soziales Pathos widerspiegeln muss, sondern in der Kunst allein erkennbar und aus der Kunst allein formulierbar wird.

Noch einmal von vorne. Alle wissen vermeintlich, was Kunst ist, doch Dietmar Israel ist da skeptisch, und er ist diesem Wissen über seine Zweifel auf den Grund gegangen. Er hat gemerkt, dass man, je mehr man weiß, um so weniger Klarheit darüber hat, was nun wirklich eine Wahrheit sei, und er hat über Jahre gesucht, hat über Jahre nicht gefunden, und er hat lange Jahre an der Vergeblichkeit gearbeitet. Er ist Künstler geworden. Das heißt nichts, zumindest kein Ausruhen, kein gleiches Gleis in eine immer gleiche Richtung, sondern immer noch, den Spagat erweiternd zu wagen. Nun ist er endlich zum Künstler gereift, und das mag ihm gleich sein, denn er kennt diese Suche, diese Unruhe als Berufsrisiko bis zum Zerreißen. Berufsrisiko ist, mit dem Pinsel so zu arbeiten, daß keine Flachmalerei herauskommt, und volles Berufsrisiko ist, dass Dietmar Israel weiß, dass etwas anderes herauskommt, als er sich denkt, denn beim Künstler sind Denken und Handeln zwei unterschiedliche Dinge: Der Kopf weiß nicht immer, was die Hand tut, und die Hand macht sich manchmal in einer Weise frei, dass sie sich selbst verwünschen würde, wenn sie es könnte, wenn sie zu geleckt, zu virtuos ausführt, was sie kann. Sie soll aber nicht können, sondern machen. Sie kann mehr als der Kopf, denn Körper und Geist sind manchmal geschiedene Leute, und Disziplin allein zwingt nicht alles zusammen, was auf dem weißen Malgrund ist, von dem aus Maler Farbe auftragen, denn auch die Farbe ist immer anders, als der Maler es will, ein widerspenstiges Medium, dessen Zähmung künstlerische Lähmung bedeuten würde, wenn man dem immer fremden Pigment, dem Leuchten dieser Materie, der Stofflichkeit eines selbstständigen Materials nicht ein bißchen Freiheit gäbe. Und ihr ist Dietmar Israel auf der Spur. Mehr nicht. Aber doch. Einwenig zähmen muß er sie schon, indem er ihr seinen eigenen Willen ebenso aufdrückt wie sie ihm.

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