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Sargträger sind nicht zimperlich. Ihre tägliche stumme Aufgabe besteht nur zum
kleinsten Teil aus körperlicher Arbeit. Weit weniger augenscheinlich als ihre tragende
Rolle und daher auch in keinem Berufsbild zu finden, ist die im Laufe eines normalen
Arbeitstages mehrfach zu leistende Mixtur aus Unauffälligkeit und Trauer. Die
wohlausgewogene Mischung aus halbamtlicher Distanz, verbunden mit leisem Mitgefühl
, zeichnet einen guten Träger aus. Schließlich hat er seinen Auftritt - und nur
das 100prozentige Engagement jedes Einzelnen macht auch hier das Team aus - in einem ganz
entscheidenden Moment. Konzentrationsfähigkeit, Abgeklärtheit und
Selbstbeherrschung werden in hohem Maße verlangt. - Ich weiß dies alles von
Willi. Ihn treffe ich zwei Mal pro Woche beim Stammtisch; die Kneipe liegt in unmittelbarer
Nähe seiner Wirkungsstätte.
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Willi ist zweifellos ein guter Sargträger. Mehrfach habe ich mich davon überzeugt.
An schönen Tagen führt mich mein vormittäglicher Spaziergang hie und da an
Willis Arbeitsplatz vorüber. So habe ich ihn, ohne sein Wissen selbstverständlich,
einige Male in seinem Amt beobachten können. Willi geht in der ersten Reihe. Er
trägt die Ecke rechts vorne. Sein Platz ist der verantwortungsvollste der vier
Positionen: Auf ihn richten sich immer alle Augen. Mein Stammtischbruder geht schon seit
über sieben Jahren vorne rechts. Auch Willi ist keineswegs zimperlich, kann einiges
vertragen, hat viele gehen sehen. Dennoch ist vergangene Woche etwas passiert, was ihn
völlig - nach seinen Worten - "aus der Bahn geworfen" habe. Willi bat mich, um
seinetwillen Licht in die Geschichte zu bringen, da er weiß, daß ich als
beruflicher Schreiber über das notwendige Feingefühl und die nicht minder
notwendigen connections bei der Recherche verfüge. Eventuell, hakte er
unnötigerweise nach, sei die Story (das Wort hat er von mir) noch anderweitig
verwertbar. Willis Freundschaft allein wäre mir schon Verpflichtung gewesen.
Weiter, bitte
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