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Die biographischen Angaben in Katalogen Uwe Lindaus benötigen mal gerade fünf
schmalbrüstige Zeilen. Das ist allerdings nicht gleichbedeutend, daß der Maler
Lindau bis dato nur wenig erlebt hat. Im Gegenteil. Sein - unvollständiges -
Ausstellungsverzeichnis ist erheblich länger als die bescheidene Vita. Faktor 20, minimal.
Und wenn Lindau erst einmal ins Erzählen gekommen ist, einen Schluck Wein trinkt,
sind schnell ein paar Stunden vergangen und nur die Eckpunkte seines Lebens gestreift.
50 Jahre alt wurde Uwe Lindau und nach wie vor gilt er als einer der "größten
Geheimtips" in der Karlsruher Künstlerszene, so es die überhaupt gibt. Die meiste
Zeit seines Lebens hat er in der Fächerstadt verbracht, nachdem er mit sieben Jahren aus
Groß-Barnitz ("fünf Häuser!") nach Baden kam, weil sein Vater kurzzeitig eine
Zeitung herausgab.
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Und "Papa Lindau" war auch die Ursache dafür, daß Sohn Uwe nach dem Abitur im
Kant-Gymnasium nach Heidelberg fuhr und sich dort für das Studium der Jurisprudenz
einschrieb. "Du schaffst das doch nicht", berichtet Uwe, habe er ihm mit auf den Weg gegeben,
aber irgendwie wollte der Sohn beweisen, daß es doch geht. Nach fünf Semestern
fühlte er sich so eingeengt, den "Kopf so gequetscht", daß er aufgab. Zur
Bereicherung der Karlsruher Kulturlandschaft.
Für die sorgte Lindau schon während seines Studiums an der Akademie bei Markus
Lüpertz, auf den er nichts kommen läßt: "Der hat sich wenigstens um uns
gekümmert und war da - andere Professoren schauten einmal im Jahr vorbei und haben
bloß blöd rumgemeckert, was für eine Scheiße die Studenten produzieren."
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