| Mit "Chicken eye" serviert uns der New Yorker Punk-Roc ein äußerst wohlschmeckendes Gericht. Das Rezept dazu kann man im Booklet nachlesen. Kamen die sogenannten "Big Beats" bisher vornehmlich aus England von Gruppen wie Chemical Brothers und Prodigy, ist Punk-Roc nun einer der ersten Amerikaner, die sich an dieses Genre wagen. Und er macht es prima. Hatte ich beim Hören von CD's der o.g. Gruppen noch öfter mal das Gefühl, daß das Ganze mehr auf Effekte denn auf Inhalt getrimmt ist und waren mir dort viele Stücke noch zu plakativ, ist das mit "Chicken eye" ein wenig anders. Das ist kein holpriges Gebolze um jeden Preis, hier arbeitet jemand, der ein wenig Feingefühl hat, was dazu führt, daß die Songs teilweise richtig swingen. Und so macht die Musik hier richtig Spaß.
Wobei Spaß bei Titeln wie "I hate everybody" oder auch "Dead husband" sicher ein wenig unangebracht scheint. Die Texte sind entsprechend nicht gerade das, was man pazifistisch nennt. Aber warum sich nichtmal mit so einer Denkweise auseinandersetzen. Wobei diese Auseinandersetzung für den gemeinen Hörer sicher zweitrangig ist. Der will einfach nur abtanzen und dazu ist die CD bestens geeignet. Musikalisch hat Punk-Roc es einfach drauf. Die Beats kommen gut und rollen unaufhaltsam vorwärts und die eingesetzen Samples zeugen von einer großen Plattensammlung. Wer BigBeat mag, der sollte sich die CD auf jeden Fall mal anhören, sie ist jedoch auch für Einsteiger interessant, weil sie aufgrund der nicht so ausgeprägten Härte den Einstieg sehr erleichtert. Wer BigBeat mag, der sollte sich die CD auf jeden Fall mal anhören, sie ist jedoch auch für Einsteiger interessant, weil sie aufgrund der nicht so ausgeprägten Härte den Einstieg sehr erleichtert. Beide haben auch unterschiedliche Rollen, während Tatwaffe eher der nüchterne Erzähler ist, der dem Ganzen oft positive Seiten abgewinnen kann, ist Def Benski eher der Wütende, der zu krassen Aussagen neigt. Musikalisch hat die CD einen sehr hohen Standard und auch wenn ich dachte, daß Klassik-Samples inzwischen wieder überholt sind, beweist die Firma genau das Gegenteil. Diese Samples machen die CD zwar ein wenig düster, aber im Grunde spiegeln sie damit nur wieder, was ich auch denke, nämlich daß das Leben an sich eine ernste Angelegenheit ist und daß wir tagtäglich vor Probleme gestellt werden mit denen wir nicht so einfach fertig werden. Aber es gibt auch die andere Seite, nämlich den Spaß am Dasein an sich und auch dieser findet ausreichend Berücksichtigung.
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