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Round Record Corner

MC Solaar - dito.

Eine neue CD von MC Solaar erscheint und keiner merkt es. Sonderbar. War das letztjährige Werk "Paradisiaque" noch von einem vergleichsweise großen Medienecho begleitet erschienen, scheint sich diese Jahr niemand für französischen HipHop zu interessieren. Das dies ein großer Fehler ist beweist diese CD eindrucksvoll. Wieder produziert von Boom Bass und Zdar von Motorbass arbeitet Claude MC weiter an der Verfeinerung seines eigenen Stils und die Ergebnisse werden immer großartiger.


MC Solaar - dito.

Man kann den Reiz der von dieser Musik aus geht nur schwer in Worte fassen. Da sind einerseits die minimal arrangierten Sounds, die Songs bestehen fast nur aus vertrackt programmierten Rhythmen mit sparsamst eingesetzten Samples und andererseits dieses entspannte, kühle Reimstil, der wiederum völlig in Kontrast zu den drastischen Geschichten über Korruption, soziale Ungerechtigkeit, Schönheitswahn usw. steht, die uns MC Solaar vorträgt. Das trägt einerseits dazu bei, daß man die Musik einerseits entspannt genießen kann, wenn man will aber auch die Möglichkeit hat, sich eben mit dieser alles andere als eindimensionalen Gedankenwelt auseinanderzusetzen. Musikalisch unterscheidet sich diese aktuelle CD trotz eigentlich minimaler Veränderungen im Sound doch recht stark vom Vorgänger. Was mir besonders auffällt, die Samples werden immer synthetischer, was zu einer zusätzlichen Kühle führt. Aber der geniale Einsatz eben dieser Samples ist es, der immer neue Begeisterung in mir hervorruft. Besonders genial finde ich den Einsatz der Titelmelodie aus "Spiel mir das Lied vom Tod" im Eröffnungsstück "Onzième commandement", das für mich auch das eindrucksvollste Stück auf der ganzen CD ist. Aber auch die anderen Stücke sind auf ähnlich hohem Niveau, es gibt keine Ausfälle und das heißt Heutzutage schon etwas.

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