| Archive machen Trip Hop. Eine Musikrichtung, aus der eine Zeitlang nichts Innovatives gekommen ist. Warum ist das bei Archiv anders? Archive sprechen auch emotional an. Bei den meisten Trip Hop CD's der letzten Zeit kam es ausschließlich auf die Soundeffekte, die eine entsprechend düstere Stimmung schaffen sollten. Dies konnte nicht gelingen, denn auf diese Art wurde die Musik zum Selbstzweck. Hinzu kam, daß es sich die meisten Interpreten recht einfach machten und erfolgreiche Schemata kopierten.
Archive kopieren auch, aber gekonnt, hauptsächlich Morcheeba und deren musikalischen Ansatz. Interessant ist, finde ich, daß man ständig glaubt, Samples von Pink Floyd zu hören, laut Booklet wurden aber ausschließlich alte Soulhelden wie Jimmy Ruffin, Curtis Mayfield oder Quincy Jones gesampelt. Den besonderen Reiz von Archive macht auch der gekonnte Einsatz von Violinen, Flöten und Celli aus, Instrumente, die man so bei Trip Hop Stücken bisher nicht gehört hat. "Londinium" ist eine wunderbar melancholische Platte, die man am besten irgendwann in der Zeit zwischen 0.00 Uhr und 6.00 Uhr hört um sich voll und ganz dieser traurigen Stimmung hingeben zu können. Seit "Radar" von Earthling sicher die beste Trip Hop Platte.
Archive: Londinium, Island Records, 17,99 €
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