| Wenn es um musikalische Fragen ging, liebte der preußische König Friedrich II. keine Experimente und setzte deshalb auf spätbarocke Traditionalisten. Johann Gottlieb Graun (1702-1771) besaß als Konzertmeister der exquisiten Hofkapelle jahrzehntelang das Vertrauen des Monarchen.
Während sich sein Bruder Carl Heinrich um das preußische Opernschaffen verdient machte, komponierte er vor allem Konzerte und Sinfonien, die schon den Zeitgenossen nicht nach dröger Hofmusik klangen. Sie schätzen ihn als „feurigen Instrumentalcomponisten“ und dieser Einschätzung darf man sich getrost anschließen. Denn wer die Sinfonie in D-Dur, die beiden Violinkonzerte in A-Dur und d-moll und das seltene Gambenkonzert in A-Dur hört, wird sich allenfalls fragen, wo diese funkelnden Kleinodien 200 Jahre lang versteckt waren. Ilja Korol, Daniel Sepec, Vittorio Ghielmi und die Wiener Akademie unter Martin Haselböck interpretieren alle vier Werke mit virtuosem Glanz und ansteckender Spielfreude.
Johann Gottlieb Graun: Concertos, cpo
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