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Johann Simon Mayr (1763-1845) gehört noch immer zu den am meisten unterschätzten Komponisten des frühen 19. Jahrhunderts. Dabei wusste schon Johann Wolfgang von Goethe, dass die Werke des geborenen Bayern, den es 1789 nach Italien zog, begeisterte Zuhörer „aus einer Entfernung von 50 Meilen“ anlockten und einige das außergewöhnliche Erlebnis „an die vierzig Mal“ wiederholten wollten. Mayrs Schlüsselfunktion für die Entwicklung der italienischen Oper verdeutlicht die 1820 uraufgeführte „Fedra“, die nun in einer klangtechnisch nicht immer ausgewogenen, gesanglich aber jederzeit ansprechenden Produktion des Staatstheaters Braunschweig als Weltersteinspielung vorliegt. Das ebenso blutrünstige wie melodienselige Belcanto-Spektakel hat seinen stärksten Moment in Fedras (Capucine Chiaudani) großer Schlussszene, deren psychologisches Feingefühl bereits auf Bellinis „Norma“ verweist.
Johann Simon Mayr: Fedra, Oehms Classics, 2 CDs
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