| Neben Walter Schiementz, dem derzeit in der Fruchthalle ausstellenden Künstler, kamen am vergangenen Sonntag rund 25 Personen zur Lesung anlässlich "10 Jahre Oberrheinscher Museumspass" in die Städtische Galerie.
Peter Hank, der an diesem Tag nicht als Leiter der Galerie, sondern als „Privatperson“ agierte, gab eine wohl dosierte Auswahl seiner Dichtkunst zum besten. In der kleinen Einführung vorab betonte er, dass er im Juni 1969 sein erstes Gedicht verfasste und in den zurückliegenden 40 Jahren zwar nicht kontinuierlich, aber phasenweise sehr intensiv immer wieder Gedichte schrieb. Besonders zwei Formen von Poesie haben es ihm dabei angetan: die epische Balladenform, für die er als Vorbild Nikolaus Lenau und Bert Brecht angab, und den freien Blankvers, zu dem er durch Friedrich Hölderlin angeleitet wurde. In der eigentlichen Lesung gab es dann auch ein Wechselspiel von freier Lyrik und Balladen, wobei er chronologisch vorging und mit Gedichten der frühen 1980er Jahre anfing und mit aktuellen, noch unveröffentlichten Versen aus diesem Frühjahr endete. Die Ballade von den Kandelhexen (1990), in der er ironisch die Wiedervereinigung von 1989 kolportierte, stieß beim Publikum ebenso auf Heiterkeit wie die herrschaftskritische Parabel „Der Hofmaler“ (2000), in der er das despotische Regiment am alten Kaiserhof in Peking mit hintergründigem Humor persiflierte. Dazwischen gab es sinnreiche Naturlyrik aus dem elterlichen Garten (1985) oder vom Titisee (1992) und führte schließlich zu unvermuteten Schilderungen der Lichtentaler Allee in Baden-Baden (2009). Die Zuhörer quittierten die eineinhalbstündige Darbietung mit reichlich Applaus. Dem Kommentar einer Dame aus dem Publikum wurde allgemein beigepflichtet: „Hoher Erzählwert mit Esprit“.
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