| Fangen wir einfach systematisch an: schlagen wir zunächst mal nach, was konkrete Kunst ist, dann schauen wir uns die bisherige künstlerische Arbeit von Wolfgang Gießler an.
"Konkrete Malerei und Plastik ist die Gestaltung von optisch Wahrnehmbarem (...) Konkrete Kunst ist in ihrer letzten Konsequenz der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz. Sie ordnet Systeme und gibt mit künstlerischen Mitteln diesen Ordnungen das Leben (... ) Sie erstrebt das Universelle und pflegt dennoch das Einmalige. Sie drängt das Individualistische zurück (...)" (Quelle: Website Sammlung Daimler Chrysler; Hintergrundinformation zu einem Bild von Max Bill.)
Tusche auf Papier auf Alucobond, zweiteilig, 100 x 140 cm, 1983 (Sammlung Städtische Galerie Lüdenscheid)
Big (129 K) auf Klick "Vor seiner materialen Verwirklichung existiert das Kunstwerk bereits vollständig im Geist. Folglich muß sie [die konkrete Malerei] eine technische Perfektion aufweisen, die der Perfektion des geistigen Entwurfs entspricht. Sie darf keine Spur menschlicher Schwäche zeigen: kein Zittern, keine Ungenauigkeit, keine Unschlüssigkeit, keine unvollendeten Partien (...)“ (Theo van Doesburg, Quelle: Kunsttheorie im 20. Jh., Band 1, Seite 443)
Wir beginnen zu ahnen: dies geht in Richtung Absolutheit, während die Privatheit dann vielleicht eher dem Individualistischen zuzuordnen ist, das die konkrete Kunst gerade vermeiden will. Was sagen uns Gießlers frühere Arbeiten dazu?
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